Stift Klosterneuburg – Pfarrkirche Haselbach

Leistungsumfang:

  • 420 x 230 cm Hochaltarbild »Engelsturz« von Michelangelo Unterberger

Das Hochaltargemälde ist im Jahr 1749 vom Südtiroler Maler Michelangelo Unterberger ausgefertigt worden. Der verschmutzte und stark krepierte Firnis wirkte optisch, schon bei der ersten Betrachtung des Altarbildes, besonders störend. Aufgrund dieser Veränderungen konnte der Zustand der originalen Malschicht vor Beginn der Restaurierung nicht eindeutig eingeschätzt werden.     

Im Laufe der Jahre sind auf dem Leinwandbildträger zahlreiche Deformationen, Unebenheiten und Verletzungen entstanden. Aus diesem Grund entschloss man sich, die Restaurierung im Atelier durchzuführen. Nach Demontage vom Altar konnte man den Zustand des Spannrahmens und der Bildrückseite beurteilen.

Erst im Atelier, nach Durchführung der entsprechenden Reinigungs- und Freilegungsproben sowie nach einer chemischen Laboruntersuchung von abgenommenen Proben, wurden die einzelnen Arbeitsschritte festgestellt. Der krepierte, sekundäre Firnis samt optisch störenden Übermalungen wurde behutsam abgenommen.  

Im Zuge der Restaurierung wurden alle Unebenheiten und Deformationen bzw. Beschädigungen der Leinwand beseitigt. Die Verluste originaler Malschicht sind ergänzt und imitierend retuschiert worden.  Auf die Rückseite des aufgespanntes Bildes wurde als Klimastabilisator Textilwand angebracht.

Fragment mit Hl. Michael – zustand nach restaurierung

Fragment mit Hl. Michael – zustand nach restaurierung

Karlskirche, Wien IV.

Leistungsumfang:

  • 690 x 370 cm Altargemälde »Maria Himmelfahrt« von Sebastiano Ricci
gesamtaufnahme vor restaurierung

gesamtaufnahme vor restaurierung

gesamtaufnahme nach restaurierung

gesamtaufnahme nach restaurierung

1. Allgemein

_MG_0228.jpg

Das großformatige Altarbild in der linken großen Querarmkapelle mit der Darstellung Himmelfahrt Mariens wurde vom bedeutenden venezianischen Maler Sebastiano Ricci im Jahr 1734 als eines seiner letzten Werke geschaffen. Erst nach Riccis Tod ist das Bild in einem gerolltem Zustand von Venedig nach Wien gebracht worden.

Das Gemälde zeigte vor Restaurierung einen optisch sehr unharmonischen Zustand. Die gesamte Gemäldeoberfläche war durch starke Schmutzablagerungen und mehrschichtigen Naturharzfirnis bedeckt. Die Art und das Ausmaß der eventuellen Beschädigung der originalen Malschicht, sowie den Zustand der Bildrückseite konnte man vor Beginn der jetzigen Restaurierung nicht eindeutig feststellen. Es waren keine gravierenden Deformationen bzw. Verletzungen der Leinwand sichtbar.

Akute klimatische Probleme auf der Bildseite wurden nicht festgestellt. Nach der ersten Prüfung wurde daher die Verbesserung des gesamten Erscheinungsbildes des Altargemäldes als Restaurierungsziel definiert. Aus diesen Gründen wurde vorgeschlagen, die Restaurierung vom Gerüst aus durchzuführen.

2. Demontage

Die vollständige Demontage und der Transport des Bildes ins Atelier sind in diesem Fall als unnötige Vorkehrungen eingeschätzt worden. Nach Absprache mit dem BDA und Diözesan Konservator der Erzdiözese Wien entschloss man sich, das Gemälde von der Altarnische zu demontieren und auf der gleichen Höhe an das entsprechende Gerüst befestigen. Der Bild-Demontage musste die Abnahme der vergoldeten Zierleisten vorausgehen. 

3. Rückseite & Altarnische 

Die Vorrückung des Bildes ermöglichte die Kontrolle der Altarnische und deren Reinigung sowie die Reinigung der Rückseite. Es wurde der Originalzustand betreffend der Leinwand (deren ursprüngliches Format, vorhandene Doublierleinwand) und des Blindrahmens eingeschätzt. Die Klimasituation hinter dem Bild und der Zustand der Altarnische wurde als nicht alarmierend eingestuft.

Im Zuge der Restaurierung wurden auch die bestehenden Keilrahmen kontrolliert, gereinigt und ausgebessert (einige neue Keile eingesetzt). Auf die Rückseite des Bildes wurde als Klimastabilisator und Schmutzfang eine Textilwand angebracht. Um die Montage in die Altarnische korrekt ausführen zu können, musste eine neue Befestigung zur Wand vorbereitet werden (vor der jetzigen Restaurierung wurde das Bild nur mit Zierleisten befestigt, der untere Bildrand stand am Boden in der Nische, was die leichte Wölbung des Bildträgers im unteren Bereich verursacht hat). Die neu eingesetzte Vorrichtung ermöglichte gleichzeitig die Montierung der Zierleisten ohne das Bild zu beschädigen. 

4. Freilegung

Der Oberflächenschmutz (Ruß, Staub) und der optisch veränderte, sekundäre Firnis und partielle Übermalungen mussten (wegen starker Spannung auf der originalen Malschicht) behutsam (ohne Verletzen des alten Ölfirnisses) entfernt werden. An den gefährdeten Stellen, wo die Malschicht eine geschwächte Haftung zeigte, sind zuerst die entsprechenden Festigungsmaßnahmen durchgeführt worden. Während der Abnahme der verschmutzten und gegilbten Firnisschichten wurden lokale Übermalungen festgestellt.

5. Retuschen

Nach der behutsamen Freilegung der originalen Malschicht wurden folgende Schäden sichtbar:

  • Die alters- und herstellungsbedingten Schäden (kleinteilige Farbabsplitterungen, Abschwächung der mechanischen Festigkeit der Leinwand in den oberen Bildrandzonen), was auf ständigen Dehnungsbewegungen des Bildträgers zurückführt.
  • Die lokalen Farbveränderungen wie Lichtschäden oder Pentimenti-Effekt sind durch die langfristige direkte Sonnenbestrahlung der oberen Bildhälfte verursacht worden. Aus diesem Grund ist auch eine so gravierende Gilbung in der Firnisschicht aufgetreten.
  • Einige mechanische Schäden sind im unteren Bildabschnitt erkennbar.
  • Durch frühere restauratorische Eingriffe sind lokale »Verputzungen« (Reduktion des originalen Firnisses und zum Teil der Malschicht) entstanden (Himmelpartie). Die verputzten bzw. gebleichten Stellen sowie die kleinteiligen Fehlstellen (ohne Kittungen) wurden übermalt. Diese Stellen zeigten wegen der bestehenden Farb- und Firnisspannung die Tendenz zum Absplittern.

Die bestehenden Malschichtverluste wurden korrekt ausgekittet und retuschiert. Ein einheitlicher, UV- beständiger Schlussfirnis wurde aufgetragen. 

6. Resultat

oberer bildabschnitt nach restaurierung

oberer bildabschnitt nach restaurierung

detail nach restaurierung

detail nach restaurierung

detail nach restaurierung

detail nach restaurierung

Karl Borromäus Museum in der Karlskirche, Wien IV.

Leistungsumfang

  • Holztafelbild »Heilige Familie« um 1600 von Daniel Fröschl 
  • Porträt  »Fischer von Erlach« von Jakob v.Schuppen
  • fünf barocke Ölbilder auf Leinwand samt vergoldeten Rahmen
heilige familie um 1600 von Daniel Fröschl – zustand nach restaurierung

heilige familie um 1600 von Daniel Fröschl – zustand nach restaurierung

»Heilige Familie« von Daniel Fröschl

Die Holztafel »Heilige Familie mit dem Johannesknaben verehrt von Kaiser Maximilian I. und Kaiserin Anna« von Daniel Fröschl ist ein Werk der sogenannten Dürer-Renaissance der Zeit um 1600, als Dürers Kunst neu entdeckte und begann seine Arbeiten nachzuahmen und zu kopieren. Diese Bewegung ging besonders vom Hof Kaiser Rudolf II. in Prag aus und es spricht vieles für die Annahme, dass das Werk im Milieu des Prager-Wiener Hofes zu Beginn des 17.Jahrhunderts entstand (Prof.Dr.Fritz Koreny)

Zustand des Gemäldes und Restaurierungsproblematik

Zustand vor restaurierung mit späteren ergänzungen: verlängerung im unteren bereich

Zustand vor restaurierung mit späteren ergänzungen: verlängerung im unteren bereich

Ursprünglich bestand der Bildträger aus drei vertikal verleimten Holzbrettern (Eiche). Die Rückseite der Holztafel wurde in der Vergangenheit (19 Jh.) parkettiert. Erst viel später, vermutlich in den 50er Jahren des 20. Jh., wurde das originale Bildformat verlängert mit einem unten angeklebten Spannholz-Brett.

Den Zustand des Gemäldes vor Restaurierung konnte man als stabil bezeichnet, die parkettierte Holztafel zeigte keine größeren Verzögerungen und nur bei der Verbindungsstellen wurden schmale Risse festgestellt. Die Malschicht befand sich in sehr gutem Zustand, es gab keine gravierenden Fehlstellen, auch ihre Haftung zum Untergrund war ausreichend. 

Da die sekundären Formatänderungen optisch sehr störend wirkten und funktionslos schienen, entschloss man sich, nach Rücksprache mit Eigentümer und Behörden, die angeklebten Zierleisten und das zusätzliche Brett zu entfernen – ohne das Original zu beschädigen.

Während des Verfahrens wurde im rechten oberen Bildabschnitt das Monogramm samt Datierung »AD1520« entdeckt.

Danach erfolgten die Reinigungsmaßnahmen der Bildseite. Bei der Abnahme des Firnisses konnten auch die alten, jedoch leicht lösbaren Retuschen reduziert werden. Während des Verfahrens wurde im rechten oberen Bildabschnitt das  Monogramm samt Datierung »AD1520« entdeckt.. Nach UV-Licht- und mikroskopischen Untersuchungen der Dürer-haften Signatur wurde es festgestellt, dass diese aus der Entstehungszeit des Werkes stammt. 

Die Röntgenaufnahmen brachten noch mehr interessante Details ans Licht. Unter der sichtbaren Darstellung der »Heiligen Familie« befand sich noch ein Bild - Kopfporträt eines Mannes! Die Feststellung der Stratigraphie von Malschichten und deren Untersuchung bzw. dendrologische Holzuntersuchung von Bildträger könnten viele neuen Erkenntnisse beibringen und vieles klären. Diese Maßnahmen wurden, auf Grund der fehlenden Erlaubnis vom Eigentümer, leider nicht ausgeführt.

Wer ist der porträtierte Mann? Aus welcher Zeit und vor allem aus welcher Hand stammt das Werk unter dem heute präsentierten Gemälde? Ist das möglicherweise das unvollendete Porträt des Kaisers, über dessen Dürer in seinen Tagebücher schreibte, und bis heute nicht gefunden wurde? Diese Fragen bleiben offen und bilden nur eine weitgehende, spannende Hypothese, die hoffentlich in Zukunft doch gelöst wird.  

Basilika Maria Taferl

Leistungsumfang:

  • 550 x 300 cm Altarbild »Kreuzigung Christi« um 1775 von Martin Johann Schmidt
  • 545 x 300 cm Altarbild »Heilige Familie« um 1775 von Martin Johann Schmidt
  • zwei Gemälde »Hl.Nepomuk« und »Hl.Karl Borromäus« um 1735 von Johann Georg Schmidt
  • andere Ölbilder aus dem Kirchenbereich: »Vermählung Mariens«, »Tod des hl.Josef«, »Hl.Theresia von Avila«, »Immakulata«, vier Gemälde eines Zyklus mit den »7 Schmerzen Mariens« um 1860
  • Bilder aus dem Pfarrhof: »Christus in der Wüste«, »Votivbild der Stadt Krems um 1810«, zwei »Porträts von Bischöfen«, zwei Gemälde von Martin Johann Schmidt »Letztes Abendmahl« 1799 und »David mit der Harfe« 1790
  • 14 Kreuzwegstationen
Basilika Maria Taferl 2013

Basilika Maria Taferl 2013

»Kreuzigung Christi« und »Hl.Familie« von Martin Johann Schmidt

Die Restaurierung der beiden großformatigen Kremser Schmidt Altarbilder begann im Jahr 2004 im Rahmen der Generalsanierung des Inneren der Wallfahrtskirche. In den laufenden Jahren bis 2010 wurden sukzessiv die übrigen Bilder aus dem Kirchenbereich und dem Pfarrhof restauriert.

Beide Gemälde zeigten optisch einen sehr unharmonischen Zustand, der in Folge der natürlichen Alterung der verwendeten Materialien entstanden ist. Dieser Prozess wurde durch unstabile klimatische Raumbedingungen und frühere Eingriffe wesentlich beschleunigt. Die langzeitige Wirkung der Klimaschwankungen verursachte ständige Dehnungsbewegungen der Leinwand, was zur Abschwächung der Haftung von Malschichten zum Untergrund führte (Schollenbildung). Dadurch veränderte sich auch die Firnisschicht: Sie ist krepiert, nachgedunkelt und matt geworden. Der bestehende Spannrahmen war mechanisch nicht ausreichend stark und wurde aufgrund des Bildformates lange nicht mehr korrigiert. Die fehlende Regulation der Bildspannung in Verbindung mit schlechter Befestigung zum Altar verursachte sichtbare Wölbungen und Deformationen in der unteren Bildzone. Der dichte Oberflächenschmutz hat zusätzlich das Erscheinungsbild von beiden Altargemälden verschlechtert.

Da die gleichzeitige Restaurierung des gesamten Querschiffes geplant wurde, was für die Restaurierung der Altarbilder vor Ort gravierende technische Erschwernisse bedeutete, wurde entschieden, die Restaurierung im Atelier durchzuführen. Nach Demontage vom Altar konnte man den tatsächlichen Zustand der Bildrückseiten, der Spannrahmen und  der Altarnische feststellen.

Die Gemälde – als bedeutende Teile der Seitenaltäre – sollten ihre dekorative Funktion zurückbekommen. Diese wurden nach Durchführung der entsprechenden Reinigungsmaßnahmen erreicht. Der dicke Oberflächenschmutz und die nachgedunkelten sekundären Firnisse, sowie grobe Ausbesserungen der Malschicht, mussten entfernt werden. Die bestehenden Verletzungen der Leinwand, sowie der Bildspannränder wurden mit einer angepassten Leinwand repariert. Die Malschichtverluste wurden korrekt gekittet und ausretuschiert.

Im Zuge der Restaurierung wurden die vorhandenen Spannrahmen aufgrund ihrer schwachen mechanischen Festigkeit (wegen Holzwurmbefall) und Funktionsuntüchtigkeit durch einen neuen ersetzt. Auf die Rückseite jedes angespannten Bildes wurde eine Textilwand als Schmutzfang und Klimastabilisator angebracht. Die Montage der Bilder in den Altarnischen und Befestigung der Zierleisten erfolgte ohne Beschädigung der Bilder. 

 

Hl.Familie 1775 Martin J.Schmidt - zustand nach restaurierung

Hl.Familie 1775 Martin J.Schmidt - zustand nach restaurierung

Kreuzigung Christi 1775 Martin J.Schmidt - Zustand nach restaurierung

Kreuzigung Christi 1775 Martin J.Schmidt - Zustand nach restaurierung

»Hl.Nepomuk« und »Hl.Karl Borromäus« von Johann Georg Schmidt

Basilika maria taferl - restaurierte gemälde

Basilika maria taferl - restaurierte gemälde

»Letzes Abendmahl« und »David mit der Harfe« von Martin Johann Schmidt

Die zwei mittelgroßen Gemälde aus dem Pfarrhof stammen aus den Jahren 1799, 1790 und wurden vom Maler signiert. Im Rahmen der Restaurierungsarbeiten in der Basilika wurden auch diese Bilder restauriert.

Martin Johann Schmidt letztes abendmahl – Zustand nach restaurierung

Martin Johann Schmidt letztes abendmahl – Zustand nach restaurierung

Martin Johann Schmidt Letztes Abendmahl – Rechts unten: Signatur und Datierung

Martin Johann Schmidt Letztes Abendmahl – Rechts unten: Signatur und Datierung

Benediktinerstift Melk

Stift Melk  - Mineralienzimmer  Hl.petrus und hl.paulus mit ansicht des stifts melk um 1643 - zustand nach restaurierung 2007

Stift Melk  - Mineralienzimmer  Hl.petrus und hl.paulus mit ansicht des stifts melk um 1643 - zustand nach restaurierung 2007

Mineralien Sammlung

Den bedeutendsten Bestandteil der dekorativen Ausstattung des Mineralienzimmers bilden folgende Ölgemälde:

  • Deckengemälde »Hl. Petrus und Paulus«  (560 x 260  cm )
  •  24 Ovalbilder aus den Fensternischen »Blumenbouquets« samt Rahmen (Neuschaffung)
  • vier ovale Deckenbilder »Blumenbouquets« samt vorhandenen Rahmen

Die  Gemälde wurden in den Jahren 2006-2007 restauriert. Einen besonders schlechten Zustand zeigte das großformatige Deckengemälde. Die gravierenden Wasserschäden auf der Bildseite sind durch früher aufgetretenen Dachschäden entstanden. Die Feuchte hinter dem Bild beeinflusste sehr die Bildspannung und verursachte dadurch hängende Wölbungen der Leinwand. Diese Schäden wurden in der Vergangenheit nur grob beseitigt:
Wölbungen wurden an die Decke geklebt, fehlende bzw. beschädigte  Malschicht wurde in Form breit gelegter Übermalungen ergänzt. Die unfachlich ausgeführten Maßnahmen beeinträchtigten das optische Erscheinungsbild sehr stark.

Aufgrund des schlechten Bildzustandes war es notwendig, nach Demontage des Bildes, die Restaurierung im Atelier durchzuführen. Es ermöglichte gleichzeitig die Kontrolle der Decke und eine neue Befestigung des Bildes.

Die barocken Ovalbilder aus den Fensternischen befanden sich in unterschiedlichen Zuständen. 
Auch wenn die barocken Ovalbilder größtenteils ihre Originalsubstanz behalten haben nicht auf. Die aufgetretenen Schäden wurden stark durch unstabile klimatische Bedingungen bedingt. Die stärker beeinträchtigten, "nördlichen" Bilder zeigten neben Schüsselbildungen und Unebenheiten auf der gesamten Bildfläche auch die starke Verzögerung des Spannrahmens.

Die Hauptaufgabe der Restaurierung lag in der Beseitigung der akuten Gefährdung der Malschicht. Aus diesem Grund stand die Abnahme der auf den Keilrahmen aufgeleimten Bilder durchaus zur Option. Nach einer Testarbeit wurde jedoch auf diese Maßnahme verzichtet, weil die Abnahme viele mechanischen Schäden an den Bildrandzonen verursachen konnte.

Um die Bilder planieren zu können, war es notwendig, die bestehenden verzogenen Spannrahmen durch die Kreuzstreben zu verstärken. Erst danach erfolgen weitere Arbeitsschritte.

Die vier ovalen Deckenbilder zeigten im Allgemeinen einen relativ stabilen Zustand. Die Beseitigung der Unebenheiten sowie die Verbesserung der optischen Bildoberfläche schien jedoch notwendig zu sein.

Stift Melk Mineralienzimmer - zustand vor Restaurierung 2007

Stift Melk Mineralienzimmer - zustand vor Restaurierung 2007

Konventgang

Die restaurierten Ölgemälde bilden eine Serie von sieben großformatiger und sieben kleinerer, barocker Leinwandbilder mit Biblischen Szenen. Sie befinden sich im südlichen Trakt des Konventganges. Die Restaurierung wurde im Zeitraum 2006-2008 durchgeführt. 

  • sieben großformatige Bilder mit Biblischen Szenen samt Rahmen
  • sieben  Supraportenbilder samt Rahmen

Die komplexe Zusammenwirkung verschiedener Faktoren – schlechte Lagerung, klimatische, biologische bzw. mechanische Schäden und unfachliche Behandlung –  verursachte einen alarmierenden Zustand aller Gemälde und Rahmen.  Schon bei der ersten Begutachtung haben wir gravierende Deformationen bzw. Verletzungen der Leinwand  sowie zahlreiche Fehlstellen der Malschicht und scharfkantige Schollenbildung festgestellt. Die gesamte Bildoberfläche war mit starken Schmutzablagerungen und einer unhomogenen Schicht von Firnis samt lokalen Übermalungen bedeckt. 

Die Hauptaufgabe der Restaurierung lag also in der Beseitigung der akuten Gefährdung des Bildträgers und der Malschicht. Als weitere Aufgabe wurde die Verbesserung des gesamten Erscheinungsbildes der restaurierten Gemälde definiert. Durch die Ausführung der notwendigen Reinigungs- und Freilegungsmaßnahmen sind die optisch veränderten sekundären Schichten behutsam abgenommen bzw. reduziert worden. Danach erfolgten weitere Arbeitsschritte: Festigung der Malschicht, Planieren der Bildfläche, Reparatur der verletzten Leinwand, Auskittung der Fehlstellen und Retuschen. Als letzte Maßnahme wurde ein einheitlicher Schlussfirnis angebracht .  

Die vorhandenen Bilderrahmen wurden ebenso restauratorisch behandelt.

Bildergalerie im Kaisergang

Die ausgewählten 25 Kaiserporträts samt Rahmen von der Bildergalerie im Kaisergang wurden im Zeitraum 2008 - 2010 restauriert.

Die 18 Porträts, aus der Süd- bzw. Nordwand, wurden in den Jahren 1749-59 von F. J. Krämer angefertigt. Diese barocken Ölporträts befanden sich einem stark restaurierungsbedürftigen Zustand. Zuerst sind entsprechende Reinigungsverfahren auf der Bild- und Rückseite durchgeführt worden. Danach konnten die Freilegungsmaßnahmen erfolgen. Die optisch veränderten Firnisse und partiellen Übermalungen mussten behutsam abgenommen bzw. reduziert werden.

Stift Melk Kaisergang Bestandsaufnahme 2008

Stift Melk Kaisergang Bestandsaufnahme 2008

Besonders wichtig war die Freilegung der Schrifttafeln, von denen wir drei verschiedene Fassungen festgestellt haben. Da die originale Fassung nur fragmentarisch vorhanden war, entschloss man sich, die vorletzte Fassung frei zu legen und diese im Zuge der weiteren konservatorischen und restauratorischen Maßnahmen zu bearbeiten. 

Nach Abschluss der Freilegungsmaßnahmen musste an den gefährdeten Stellen eine partielle Festigung der Malschicht und ein Niederlegen der scharfkantigen Schüssellungen durchgeführt werden. Bei einigen Bildern benötigte auch die vorhandene Doublierung eine lokale Festigung. Die Beschädigungen der Leinwand, wie Löcher, Risse und Spannränder, wurden korrekt repariert. 

Erst nach der Schließung der Fehlstellen in Form von Kittungen und dem Aufspannen der Bilder auf die gereinigten Keilrahmen, konnte man mit den Retuschen (Fehlstellen, Verputzungen) bzw. den Rekonstruktionen (fehlende Passagen der Schrifttafeln) beginnen. Ein einheitlicher Schlussfirnis musste nach derTrocknung angebracht werden.

Die 7 Porträts von der Nordwand, stammen aus den 19Jh. bzw. 20 Jh. und befanden sich in einem guten sowie stabilen Zustand. Aus diesem Grund entschloss man sich die notwendigen Maßnahmen ohne Abnahme vom Keilrahmen durchzuführen. Die unteren Spannränder mussten aufgrund der starken Schmutzablagerungen zwischen den Keilrahmen und der Leinwand abgespannt und gereinigt werden. Im Zuge der Restaurierung sollte die Verbesserung des gesamten Erscheinungsbildes erreicht werden. Der Oberflächenschmutz von beiden Seiten und der vergilbte Firnis wurden sorgfällig entfernt.

  •    18 barocke Kaiserporträts samt Rahmen: 
  •     7 Kaiserporträts aus dem 19/20 Jh.  samt Rahmen

Museum im Schottenstift, Wien I.

Schottenstift  in wien, museum - biedermeierzimmer 

Schottenstift  in wien, museum - biedermeierzimmer 

Leistungsumfang:

  • 1989-2011 Restaurierung von zahlreichen Galeriebildern u.a: Joachim Beuckelaer, Peter Paul Rubens, Christopher Paudis, Quentin Massys, Gillis van Coninxloo, Jan Pierre van Bredael d.J, Cornelis Bega, David Teniers de J., Egbert van Heemskerck, Jacob Toorenvliet, Johann Georg de Hamilton, Philipp Ferdinand de Hamilton, Nikolaes van Veerendael, Franz Werner Tamm, Johann Heiss, Christian Seybold, August Querfurt, Ambrosius Francken II, Frans Francken II, Franz Christoph Janneck, Philipp von Purgau, Joachim von Sandrart, Orazzio Samacchini, Marten De Vos, Luca Giordano, Johann von Spillenberger, Solimena, Giuseppe Cesari  D'Arpino, Franz Anton Maulpertsch, Johann Peter Kraft, Johann Knapp, Johann  Baptist   Drechsler, Thomas Ender, Franz Dobiaschofsky, Heinrich Schwemminger, Luigi Bisi, Christian Hilfgott Brand, Tobias Pock, Maximilian Joseph Schinnagl, Carlo Dolci, Pietro Belotti, Pieter IV.Lisaert, Jan Provost, Johann Leonhard Herrlein, Carstian Luyckx, Maria Jacobea Ommeganck, Albert Christoph Dies, Jan van der Bent, , Adrian de Gryef, Guido Reni, Annibale Caracci
  • Restaurierung von vergoldeten Bilderrahmen und vergoldeten Möbeln
  • Planung und Ausführung des Hängesystems von Bildern
  • 1989-2013 restauratorische Betreuung der gesamten Gemäldesammlung des Schottenstiftes z.B: Museum, Bilderdepots, Kaisergalerie, Altarbilder
  • Vorbereitung der ausgewählten  Bilder für diverse auswärtigen Ausstellungen in KHM Wien, Schloss Schallaburg, Dommuseum Freising, Koninklijk Museum voor Schone Kunsten Antwerpen, Zeppelin Museum Friedrichshafen
  • Beratung und aktive Teilnahme bei Einrichtung der neuen Paramentenkammer und deren Betreuung bis 2013

Im Rahmen der Renovierungsarbeiten 1991-1994 im Schottenstift erfolgte der Ausbau der ehemaligen Prälatur zum lang angestrebten Stiftsmuseum. Die Kunstsammlung des Schottenstiftes, die zu den bedeutenden geistlichen Bildersammlungen in Österreich zählt,  wurde im Jahr 1994 die erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In den Jahren 1998, 2003 und 2008 fand die Erweiterung des Museums statt. In den (insgesamt 12) adaptierten Museumsräumen konnten  alle bedeutenden Kunstwerke  der Sammlung sowie die Ausstattung der ehemaligen Prälatur präsentiert werden.

Literatur:

  • Museum im Schottenstift »Festschrift zur Eröffnung« Wien 1994
  • Museum im Schottenstift »Kustsammlung der Benediktinerabtei Unserer Lieben Frau zu den Schotten in Wien« Wien 2009
  • Dommuseum Freising Ausstellungskatalog »Christopher Paudiss - Der bayerische Rembrandt?« Freising 2007, S.207-210
  • Koninklijk Museum voor Schone Kunsten Antwerpen Ausstellungskatalog »De uitvinding van het landschap« Antwerpen 2004, S.222-223
  • Zeppelin Museum Friedrichshafen Ausstellungskatalog »Johann Heiss, Schwäbischer Meister barocker Pracht« Friedrichshafen 2002, S.84-85
Museum im schottenstift Wien: Fragment des bildes von Orazio Samacchini Hl.Margarethe 1580

Museum im schottenstift Wien: Fragment des bildes von Orazio Samacchini Hl.Margarethe 1580

Schottenkirche, Wien I.

Schottenkirche wien: Gesamtansicht des Presbyteriums nach der Restaurierung

Schottenkirche wien: Gesamtansicht des Presbyteriums nach der Restaurierung

Leistungsumfang:

  • Restaurierung der großformatigen Altarbilder:
    »Maria Himmelfahrt« von Tobias Pock
    »Hl.Sebastian« von Tobias Pock
    »Apostelabschied« und »Kreuzigung« von Joachim von Sandrart
    »Hl. Barbara« von Johann Schmidt
  • Restaurierung der vergoldeten Ranggitter aus dem Hauptorgel Prospekt  
Schottenkirche Wien: Hauptorgel prospekt - zustand nach restaurierung 1996

Schottenkirche Wien: Hauptorgel prospekt - zustand nach restaurierung 1996

Bibliothek und Prälatensaal des Schottenstifts, Wien I.

gesamtansicht  zustand nach restaurierung

gesamtansicht  zustand nach restaurierung

Leistungsumfang:

  • Restaurierung der Wand- und Deckenmalerei

Der neuklassizistische Stiftbibliothek wurde von Josef Kornhäusel geplant und in den Jahren 1826-32 errichtet. Der neu erbaute Bibliotheksaal ist mit Grisaillenmalerei in Leimtechnik von Franz Weiner im Tonnengewölbe geschmückt worden. Die stilistisch ähnliche Grisaillenmalerei im Prälatensaal stammt ebenso aus dieser Zeit.

Der Zustand der über 500 m2 großen Deckenmalerei  in der Bibliothek war stellenweise stark restaurierungsbedürftig. Die sichtbaren Wasserflecken beeinträchtigten das gesamte Erscheinungsbild sehr und mussten durch entsprechende Maßnahmen beseitigt werden.  Eine Reinigung der gesamten Malfläche samt partieller Festigung der Leim-Malschicht war notwendig und wurde behutsam durchgeführt. Bestehende Fehlstellen wurden korrekt geschlossen und retuschiert.

Die in stucco lustro ausgeführten, riesigen Säulen sind im Zuge von Restaurierungsarbeiten im Jahr 1937 mit einer dicken Firnisschicht überzogen worden. Diese dunkelbräunliche unhomogene Schicht wirkte nicht nur optisch sehr störend, sondern verursachte auch zusätzliche Putzabsplitterungen auf den Säulen. Aus diesem Grund wurde es entfernt und die ursprüngliche Fassung freigelegt.